Informationsbulletin Nr. 103

Klares Nein zu Mega-Goldmine. Die Bevölkerung feiert ihren Abstimmungserfolg. Bild: Viviana Sánchez

Kolumbien während des Friedensprozesses

Soziale Bewegungen kämpfen für Partizipation

 

Der 26. März war ein wichtiger Moment im Kampf gegen den Extraktivismus. Die Bevölkerung des Dorfes Cajamarca in Kolumbien erteilte an diesem Tag der forcierten Bergbaupolitik der Zentralregierung eine Abfuhr. In einer Volksbefragung über eine gigantische Goldmine, die in ihrer Gemeinde eröffnet werden soll, legten 98 Prozent der Stimmenden ein Nein in die Urne.

Für viele Bauern und Bäuerinnen der Gemeinde ist klar, dass die Goldmine in erster Linie Umweltzerstörung, Wasserverschmutzung, Vertreibung und ein Ende der Landwirtschaft bringen würde. Ein hoher Preis, damit ein privater Konzern Berge abtragen und 26 Millionen Unzen Gold exportieren kann.

Mit der Abstimmung über die Mine hat die Bevölkerung Cajamarcas gezeigt, dass Partizipation erkämpft werden kann und dass sie ein Recht auf Mitbestimmung haben muss, wenn es um ihren Lebensraum und um ihre Zukunft geht.

Dies ist in der aktuellen Situation entscheidend. Während die Regierung von Frieden spricht und ein Friedensabkommen mit der Guerilla FARC-EP geschlossen hat – das die Regierung selbst allerdings nur teilweise umsetzt –, treibt sie gigantische Bergbau- und Energieprojekte voran. Dass damit gewaltsame Vertreibungen und Landkon ikte programmiert sind, wird ausgeblendet.

Während des laufenden Friedensprozesses hat paramilitärische Gewalt in Kolumbien alarmierende Ausmasse angenommen. Zwischen Januar und Ende April dieses Jahres sind 33 Führungspersonen von sozialen Bewegungen ermordet worden. Betroffen von Gewalt und Todesdrohungen sind insbesondere Organisationen, die sich für die Umsetzung des abgeschlossenen Friedensabkommens sowie für Partizipation der Bevölkerung im Friedensprozess einsetzen. Die Regierung negiert derweil die Existenz von Paramilitärs. Gleichzeitig haben Behörden eine neue Welle der Kriminalisierung sozialer Bewegungen gestartet.

Mit der aktuellen Spendenaktion unterstützt der SOLIFONDS Basisbewegungen in Kolumbien in ihrem Kampf für Mitbestimmung und gegen ihre Kriminalisierung.