Informationsbulletin Nr. 64

Beispielhafter Kampf eines Dorfes. Bürgermeister Muhammad Rusdi wurde dafür zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt.

Indonesien: Keine Schweizer Franken für Regenwald-Zerstörung! Dörfer wehren sich gegen Palmölgiganten

Indonesien ist innerhalb weniger Jahre zum weltgrössten Produzenten und Exporteur von Palmöl aufgestiegen. Schon 7 Millionen Hektar Regenwald und Torfmoore wurden für Ölpalmen geopfert. Beflügelt durch den Agrospritboom sollen nach Plänen der Regierung bis 2025 weitere 20 Millionen Hektar dazukommen, das entspricht der sechseinhalbfachen Grösse der Schweiz. Hält die derzeitige Entwicklung an, wird Indonesien in wenigen Jahren komplett gerodet sein.

Anfang Juli machte die Erklärung von Bern öffentlich, dass Schweizer Banken bei der Finanzierung von neuen Palmölplantagen der Firma Golden Agri-Resources mitwirken. Deutsche Regenwaldschützer deponierten 10‘000 Protestunterschriften bei der Credit Suis­se und machten auf die verheerenden Folgen der Regenwald-Vernichtung aufmerksam: «Der Regenwald landet als Agrosprit in unseren Autos, Heizungen und Kraftwerken. Der Palmölboom richtet das Klima zugrunde, anstatt es zu schützen», so Klaus Schenck vom Verein Rettet den Regenwald. «Palmölplantagen benötigen riesige Flächen und verwandeln die Landschaften in ökologische Wüsten. Mit den letzten Urwäldern verlieren Menschen und Tiere ihre Lebensgrundlage. Die Palmölplantagen sind die grösste Bedrohung für den Orang-Utan.» (Maik Schaffer von Borneo Orangutan Survival). Und Marianne Klute von der Menschenrechtsorganisation Watch Indonesia: «Golden Agri-Resources kennt keine Skrupel. Der Konzern, der zur berüchtigten Sinar Mas-Gruppe gehört, raubt der Bevölkerung das Land. Wer sich ihm in den Weg stellt, ist sich seines Lebens nicht sicher. Seit Monaten sitzt zum Beispiel Rusdi, Bürgermeister von Karang Mendapo, im Gefängnis, weil er den Widerstand seines Dorfes gegen Landraub angeführt hat.»

Für den SOLIFONDS war klar: Wir wollen diesen Widerstand unterstützen. Lesen Sie mehr dazu im Informationsbulletin 64.