Informationsbulletin Nr. 69

«Die Schweizer Glencore massakriert meine Rechte!!» Entlassene Minenarbeiter protestieren Anfang August vor der Schweizer Botschaft in Lima gegen Glencore/Perubar.

Peru – Gewerkschaften, soziale Organisationen und Frauengruppen gegen den Zuger Rohstoffmulti Glencore

Konzerne
zur Verantwortung ziehen!

In Peru verläuft der Minengürtel mit der Andenkette von Nord nach Süd durch das ganze Land. Ausländische Bergbau-Konzerne haben flächendeckend Konzessionen erworben, graben ganze Berge ab oder treiben Stollen tief in die Erde hinein. Der Reichtum des Landes an Gold, Zink, Kupfer, Zinn, Silber, Eisen und Blei – zehn Milliarden US-Dollar im ersten Halbjahr 2010 – landet über den Weltmarkt als Gewinn in ihren Bilanzen.

Flächendeckend zieht sich auch der Gürtel der Armut durchs ganze Land. In den neun Anden-Provinzen, in denen die meisten Mineralien ausgebeutet werden, ist auch die Armut am grössten. Sie bewegt sich zwischen 52 und 88 Prozent. Reichtum geht, Armut bleibt – Das gilt für alle Länder, deren Wirtschaft von Rohstoffexporten abhängt; für Peru, dessen Regierung die gesamten Bodenschätze an ausländische Bergbaumultis – darunter die Schweizer Konzerne Glencore und Xstrata – verschachert hat, ganz besonders.

Peru ist aber auch Beispiel dafür, wie sich die betroffene Bevölkerung gegen die Bergbau-Konzerne wehrt. In Tambogrande im Norden des Landes hatten sich 2002 95 Prozent der AnwohnerInnen gegen die Ausweitung der dortigen Mine ausgesprochen.

In Cajamarca weiter südlich wehrt sich die lokale Bevölkerung gegen die grösste offene Goldmine in Lateinamerika. Sie kämpft für eine nachhaltige Entwicklung und für das Recht der Gemeinden, diese gegenüber den Minengesellschaften einzufordern. Thema sind die illegitime Landaneignung durch die Minengesellschaften, die ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse und die Verschmutzung der Umwelt.

In La Oroya geht dieser Tage die Doe-Run-Mine in Konkurs, weil sie die Umweltauflagen nicht erfüllen kann. Auch dahinter steckt ein jahrelanger, beschwerlicher Kampf der betroffenen Bevölkerung nicht nur gegen das Unternehmen, sondern auch gegen die eigenen, multi-freundlichen und korrupten Regierungen.

In diesen Kampf reiht sich das Netzwerk ein, das ArbeiterInnen und Bevölkerung zusammenführt, welche von den Aktivitäten des Schweizer Rohstoffmultis Glencore betroffen sind. Ihm gilt unsere aktuelle Unterstützungsaktion.